Jenseits des Wachstumszwangs – Vorsorgendes Wirtschaften

Am 21.04.2015 durften wir Prof. i.R. Dr. Adelheid Biesecker in Mannheim begrüßen.

Sie zeigte verschiedene ältere und ganz aktuelle Ansätze auf, mit denen der inhärente Wachstumszwang im Kapitalismus begründet werden kann. In dem dann folgenden Hauptteil argumentierte sie, dass das aktuelle Verständnis von Ökonomie implizit eine wichtige Unterscheidung macht. Natur und Reproduktivität werden zwar als Quelle und Endstation für Rohstoffe und Reste von Produktion und Konsum genutzt, die dabei verbrauchten Werte und entstehenden Schäden werden jedoch nicht korrekt oder garnicht bewertet. Insofern teilt sich der Markt in Produktion und Reproduktion, wobei im allgemeinen Verständnis die Ökonomie aus dem ersten, nicht jedoch aus dem zweiten besteht.

Aus dieser Nichtwertschätzung des Reproduktiven resultiert die Zerstörung der natürlichen Ressourcen. Auch aus feministischer Perspektive ist dieser Ansatz dahingehend interessant, dass ein erheblicher Teil der von Frauen geleisteten Arbeit keinen Marktpreis besitzt und in dem aktuellen Verständnis von Ökonomie keinen Wert schafft.

Die Lösung für diese Problematik bildet das Konzept des Vorsorgenden Wirtschaftens, wobei die Ökonomie als ganzes verstanden wird und neben dem Produktiven auch das Reproduktive als wertvoll und wertschaffend verstanden wird. Somit hat dieser Ansatz ein umfassenderes Verständnis davon, was zu Ökonomie zählt.

Wer mehr über das Vorsorgende Wirtschaften erfahren möchte, findet im Internet weitere Infos.

Vielen Dank an die Referentin, die trotz Bahnstreik die weite Anreise in Kauf genommen hat und natürlich auch an unsere Gäste, die bei bestem Biergartenwetter dem Vortrag beigewohnt und Fragen gestellt haben.

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