1. Vorträge

Dr. Edgar Göll

Dr. Edgar Göll

Vortrag: „Sustainable Governance und Partizipation. Erfahrungen mit Nachhaltigkeitsaktivitäten in Deutschland und Kuba“


17.05. um 13:15 Uhr, Hörsaal Campus Bergheim in Heidelberg

Die Realisierung von Nachhaltigkeit erfordert eine weitgehende Partizipation der Bevölkerung. Daher sind spezifische Formen von Bürgerbeteiligung und Kommunikation erforderlich. Aufgrund der sich beschleunigenden Veränderungen in modernen Gesellschaften ergeben sich immer komplexer werdende Entscheidungen – zudem unter Zeitdruck. Das führt zu „Postdemokratie“ (Colin Crouch), Politikverdrossenheit und Fatalismus. Andererseits aber gibt es Praxisbeispiele in Deutschland und darüber hinaus, die zu ermutigen vermögen. Im Vortrag werden ausgewählte Herausforderungen und konkrete Handlungsbeispiele aus der deutschen und kubanischen Gesellschaft vorgestellt und kritisch-konstruktiv diskutiert.

Dr. Edgar Göll, geb. 1957, ist seit 1995 als Senior Researcher im Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) Berlin tätig. Arbeitsschwerpunkte sind Nachhaltige Entwicklung, Methoden und Konzepte der Zukunftsforschung sowie Governance. Göll ist Gründungsmitglied von „Berlin 21“; war Sachverständiger der beiden Enquetekommissionen des Abgeordnetenhauses Berlin zu Nachhaltiger Entwicklung, und er ist Mitglied am Runden Tisch der UN-Dekade „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“. Mit dem Robert Jungk Stipendium 2011 forschte Göll in der Bibliothek für Zukunftsfragen Salzburg über „Governance der Zukunft“. Seit 1993 befasst er sich intensiv mit Entwicklungen in Kuba, speziell mit Nachhaltigkeit und Umwelt. Er studierte Soziologie, Verwaltungs- und Sozialwissenschaften an Universitäten und Hochschulen in Bielefeld, Madison/USA, Speyer, Berlin und Göttingen.

 

Prof. Dr. Heinz Theisen

Prof. Dr. Heinz Theisen

Vortrag: „Das Prinzip Gegenseitigkeit für eine nachhaltige Einwanderungs- und Integrationspolitik“

16.05. um 17:45 Uhr, SO 108 Uni Mannheim

Integration ist nicht erst seit dem Buch „Deutschland schafft sich ab“ ein heiß diskutiertes Thema in Deutschland. Während die einen vor allem den Staat und die Aufnahmegesellschaft in der Pflicht sehen, Zuwanderer zu fördern und zu integrieren, rufen andere vor allem nach deren Eigenverantwortung.

Was ist eigentlich Integration und nach welchen Kriterien kann sie nachhaltig gestaltet werden? Welche Rolle spielen soziale und kulturelle Aspekte?

Professor Theisen (Politikwissenschaftler an der Katholischen Hochschule Köln und Gastprofessor an der Universität Bethlehem in Palästina) meint dazu:

„Die 750 Millionen Euro, die die Bundesregierung jährlich für ihren Integrationsplan mobilisiert, sind ohne ausreichende Selbsthilfe nur eine Subvention von sozialen Milieus. Schon um das Niveau dialektischen Denkens zu erreichen, müssen soziale Begriffe mit ihren Gegenbegriffen konfrontiert werden. Zur Partizipation gehört Eigenleistung, zur Teilhabe Teilnahme, zu Rechten Pflichten, zur Hilfe Selbsthilfe und zum Fördern eben das Fordern. Eine Strukturierung der Einwanderungs- und Integrationspolitik im Sinne einer größeren Gegenseitigkeit würde einerseits Vorbehalte in der Aufnahmegesellschaft mindern und andererseits das Selbstwertgefühl der Zuwanderer erhöhen.“

Wir freuen uns auf einen spannenden Vortrag und Diskussion zur Systematik einer Integrationsgesellschaft und wollen wissen, was es sich mit dem Prinzip der Gegenseitigkeit auf sich hat.

Professor Dr. Heinz Theisen ist Politikwissenschaftler an der Katholischen Hochschule Köln und Gastprofessor an der Universität Bethlehem in Palästina. Die Schwerpunkte seiner Forschung und Veröffentlichungen sind neben der Europäische Union und Demokratie, die Bedeutung von kulturellen Aspekten in der Politik und damit einhergehend die Analyse von Kulturkonflikten.

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