I) Podiumsdiskussion

Am 12. Oktober fand mit einer Podiumsdiskussion der Auftakt der vierteiligen Veranstaltungsreihe „WachstUMdenken“ von SICoR im HWS 2012 statt. Unter dem Motto „Das Streben nach Glück? Geld!“ diskutierten die Bundestagsabgeordnete von Bündnis90/Die Grünen und Mitinitiatorin der Enquetekommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“, Kerstin Andreae, sowie Marc-Oliver Bettzüge, Professor für Volkswirtschaftslehre von der Uni Köln, und Johannes Hirata, Wirtschaftsprofessor mit dem Schwerpunkt Glücksforschung von der Hochschule Osnabrück, kontrovers, aber dennoch zielorientiert über das Thema Wirtschaftswachstum. Moderiert wurde die Veranstaltung von Cornelius Pollmer von der Süddeutschen Zeitung.

Die knapp 150 Studierenden, die an diesem Freitagabend noch einmal den Weg in die Uni gefunden hatten, konnten dabei beobachten, wie die Meinungen und Ansichten zur Bedeutung von Wirtschaftswachstum, einem Thema, das insbesondere durch die Arbeit der Enquetekommission zuletzt auch medial an Aufmerksamkeit gewonnen hatte, teilweise recht weit auseinander lagen. So betonte die Grünenpolitikerin Andreae die klima- und umweltschädlichen Folgen von Wirtschaftswachstum und stellte „Green Growth“, also vermeintlich grünes Wachstum durch den Ausbau regenerativer Energien in den Vordergrund. Professor Bettzüge hingegen legte Wert auf die Tatsache, dass unilaterales Vorpreschen in einer gloablisierten Welt und insbesondere auch angesichts der wirtschaftlichen Aufstiege von China, Indien oder Brasilien wenig wirksam seien. Bettzüge zufolge müsse es vor allem um globale Lösungen gehen, wenn es darum gehe, Wachstum zu senken bzw. nachhaltiger zu gestalten. Für Professor Hirata stand fest, dass die Gesellschaft weg müsse von der einseitigen Betonung von wirtschaftlichen Wohlergehen für die Lebenszufriedenheit. Vielmehr, und damit lässt sich ein Konsens unter den drei Podiumsteilnehmer festhalten, besitze Wirtschaftswachstum keinen Eigenzweck, sondern müsse differenziert mit Hinblick auf seinen Nutzen für Gesellschaft und Umwelt betrachtet werden. Bevor der Abend bei Wein und Brezeln ausklang, hatten die Studierenden vorher noch die Möglichkeit, den Referenten eigene Frage zu stellen.

Ankündigung:

Teil 1: Podiumsdiskussion

Auftakt der Reihe bildet die Podiumsdiskussion „Das Streben nach Glück? Geld! – Wie wichtig ist Wachstum?“.

Sie findet am Freitag, 12. Oktober 2012, um 17.15 Uhr im Hörsaal M003 (Universität Mannheim, Schloss) statt.

Auf dem Podium werden diskutieren:

Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge

  • Inhaber des Lehrstuhls für Energiewirtschaft an der Universität zu Köln
  • Geschäftsführender Direktor des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI)
  • Mitglied der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des Deutschen Bundestages

Kerstin Andreae

  • MdB und stellv. Vorsitzende der grünen Bundestagsfraktion
  • Schwerpunkte: Wirtschaftspolitik sowie Wirtschaft und Technologie
  • Initiatorin der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des Deutschen Bundestages

Prof. Dr. Johannes Hirata

  • Prof. für Volkswirtschaftslehre, insbesondere internationale Wirtschaft, an der Hochschule Osnabrück
  • Forschungsschwerpunkte: Wirtschaftsethik und Glücksforschun

Moderation: Cornelius Pollmer, Süddeutsche Zeitung

Folgende Fragen werden diskutiert:

  • Was ist Wachstum?
  • Welche Rolle spielt Wachstum für Mensch, Wirtschaft und Gesellschaft?
  • Kann, darf, soll und/oder muss Wirtschaft wachsen?
  • Ist ein Konzept wie die „Postwachstumsökonomie“ in diesem Zusammenhang umsetzbar bzw. wünschenswert?
  • Welche Rolle spielen dabei alternative Wohlstandsindikatoren?
  • Wie sieht die Arbeit der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ aus? Welchen Einfluss haben ihre Ergebnisse auf politisches Handeln?

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss gibt es ein Get-Together im Foyer.
Alle Interessierten sind herzlich willkommen!